Iran

Der Iran. Vom Pfauenthron in das Exil.

Nur wer seine Geschichte kennt, versteht die Gegenwart. Die Geschichte Persiens, des Iran, ist atemberaubend, sie ist prächtig, aber sie ist auch überaus dramatisch und erschreckend. Der Name “Persien” steht für unglaubliche Pracht. Persien war ein blühendes Land, eine hochstehende Kultur, und es war ein sagenhaft reiches Land, als man die Ölvorkommen entdeckte. Gleichzeitig aber leiteten die Ölfunde eine Fehlentwicklung ein, die man schlicht auf menschliches Versagen zurückführen kann. Diese einfache Formulierung in Verbindung mit dem prachtvollen alten Persien zu gebrauchen, ist vielleicht ein Frevel, dennoch ist sie richtig: Man weiß, dass Schah Reza Pahhlavi die bittere Armut des einfachen Volkes hat lindern wollen; als hochgebildeter Mann kannte er die Geschichte. Er wusste, dass unglaublicher Reichtum in Herrscherhäusern und bitterste Armut bei den einfachen Menschen große Revolutionen hervorgebracht haben. Er hatte gewiss die Absicht, den Reichtum, der mit dem Öl kam, besser zu verteilen. Aber es ist zu zögerlich geschehen; am Ende war es zu spät. In derartigen Situationen haben Leute, die behaupten, es besser zu machen, leichtes Spiel. Im Jahr 1979 wurde die Herrscherfamilie der Pahlavis ihres Heimatlandes vertrieben. Der Schah in Schah ist im Exil verstorben. Ajatollah Chomeini hat den Grundstein für einen Staat gelegt, in dem schwere Unterdrückung mit Religiosität entschuldigt wird.
Einer der flächen- und bevölkerungsmäßig größten Staaten der Welt steht vor tiefster innerer Zerrissenheit.
Das vorderasiatische Land mit den direkten Nachbarn Irak, Türkei, Aserbaidschan, Armenien, Turkmenistan, Afghanistan und Pakistan steht unter internationaler Beobachtung. Die Wirtschaft leidet enorm unter den Spannungen. Märchenhafte Orte wie Isfahan, Kerman und Teheran sprechen eine andere Sprache, die des alten Persien.
Auch Ausländerinnen wird im schiitisch geprägten Iran angeraten, ein Kopftuch zu tragen. Ausländer, die zu Verwandten in den Iran reisen, sollten sich deren Gepflogenheiten hinsichtlich schlichter, unauffälliger Kleidung anpassen. Vor einer Reise sollten Erkundigungen beim Auswärtigen Amt eingeholt werden. So ist es nun einmal, aber die Gedanken sind ja auf jeden Fall immer frei. Der Iran wird es auch weiterhin der eigenen Bevölkerung und der Weltgemeinschaft nicht einfach machen.